Diese botanische Art stammt aus Neuguinea und wurde 1989 von Andre Schuiteman (geboren 1960 in Amsterdam), einem niederländischen Botaniker der Royal Botanic Gardens in Kew, London, beschrieben, wo er als leitender Forscher im Bereich der Identifikation und Taxonomie asiatischer Pflanzenarten tätig ist. Mediocalcar decoratum hat eine weite Verbreitung auf der Heimatinsel, sowohl in Papua-Neuguinea als auch in Irian Jaya, wo sie epiphytische Standorte in 900 – 2000 m Höhe besiedelt, jedoch auch in größeren Höhenlagen (2500 m) gemeldet wurde.
Diese kleine Art bildet dichte Pflanzenmatten und bevorzugt Klimabedingungen von warm bis kalt. Sie besitzt zylindrische bis fast keulenförmige Pseudobulben, die 3 – 4 lineare, fast elliptische, leicht spitze bis stumpfe, kurz gestielte Blätter tragen, die im apikalen Bereich der Pseudobulben sitzen, ähnlich der Rotorblattspirale eines Hubschraubers. Die kurze apikale Blüte erscheint meist im Herbst, Winter und Frühling an den neuen Pseudobulben und besteht aus einzelnen glockenförmigen Blüten, die lange halten. Die Blüten sind etwa 7 mm lang, und obwohl jede Pseudobulbe nur eine Blüte trägt, produziert eine gut entwickelte Pflanze zahlreiche Blüten, die gleichzeitig blühen. Die kleinen Blüten, die ein wenig wie Mini-Orange aussehen, haben gelbe, nach außen gebogene Blütenblattspitzen.
Die Art bevorzugt ein Lichtstrahlungsniveau zwischen 15000 – 23000 Lux, das gefiltert oder gestreut sein sollte, wobei direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird, da diese Blattverbrennungen verursachen kann. Es wird empfohlen, die Pflanzen schrittweise an mehr Licht zu gewöhnen, indem man sie in immer hellere Bereiche stellt, bis sich ein violetter Farbton auf den Blättern zeigt, was ein Zeichen dafür ist, dass die Pflanzen ausreichend Licht erhalten. Gleichzeitig ist eine ständige Luftzirkulation notwendig, um die Wärmeabstrahlung und überschüssiges Wasser zu verteilen.
Mediocalcar decoratum ist eine Art mit bescheidenen Wärmeanforderungen, wobei der empfohlene Temperaturbereich für den Anbau bei 23 – 26 °C tagsüber und 12 – 14 °C nachts liegt, mit einer Schwankungsbreite von 10 – 12 °C.
Die Luftfeuchtigkeit sollte das ganze Jahr über bei 70 – 75 % liegen, mit einer Reduzierung auf 65 % in der Zeit von Ende Winter bis Mitte Frühling.
Das empfohlene Kulturmedium besteht aus flachen Gefäßen mit guter Drainage oder aus Holz- oder Rindenstücken, solange eine angemessene Feuchtigkeit durch tägliches Gießen und Besprühen, besonders an heißen Sommertagen, gewährleistet ist. Eine weitere Anbaumöglichkeit sind flache Töpfe oder Körbe mit lockerem, schnell trocknendem Substrat, bestehend aus feinkörniger Rinde, Kokosfaser, Kies, Perlit, wobei letzteres den Vorteil hat, das Kulturmedium zu kühlen und zu belüften und gleichzeitig die Feuchtigkeit zu speichern. Die Zugabe von Holzkohle verbessert die Belüftung, reduziert die Versauerung und erhöht in Kombination mit Sphagnum-Moos die Feuchtigkeitsretention, was besonders bei Kulturen in zu trockenen Umgebungen wichtig sein kann. Es wird empfohlen, das Kulturmedium sofort zu wechseln, wenn eine Zersetzung festgestellt wird, spätestens jedoch alle zwei Jahre, besonders wenn die Pflanzen außerhalb des vorgesehenen Gefäßes wachsen. Das Umtopfen sollte erfolgen, sobald neue Triebe erscheinen, um die Anpassung an das neue Medium zu erleichtern.
Die Bewässerung sollte den Niederschlagsverhältnissen im Herkunftsgebiet der Art entsprechen, wo das ganze Jahr über reichlich Regen fällt, mit Ausnahme einer etwas trockeneren Periode von 2-3 Monaten im Winter. Die Pflanzen werden während der Wachstumsphase reichlich gegossen, wobei jedoch eine gute Belüftung des Mediums gewährleistet sein muss, um Wurzelfäule zu vermeiden. Die Wassergabe wird gegen Ende des Herbstes und im Winter reduziert.
Düngungen werden das ganze Jahr über in Konzentrationen von 25 – 50 % der auf der Verpackung angegebenen Dosis durchgeführt, mit Ausnahme der Ruhephase. Dabei können sowohl ausgewogene Dünger als auch im Frühjahr bis Mitte Sommer stickstoffreiche Formeln und ab Spätsommer bis Herbst phosphorreiche Dünger verwendet werden.
Die Ruhephase, die mit der kalten Jahreszeit verbunden ist, besteht in einer leichten Reduzierung der Wassermenge, wobei jedoch ein vollständiges Austrocknen des Substrats vermieden wird. In dieser Zeit wird auch die Düngung eingestellt.
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