Arachis hypogaea (Peanut Plant)
Arachis hypogaea, allgemein bekannt als Erdnusspflanze oder Peanut Plant, ist eine einzigartige Pflanze, die oberirdisch Blüten trägt, deren Früchte, die Erdnüsse, jedoch unter der Erde wachsen – ein Phänomen, das als Geokarpie bekannt ist. Dieser interessante Umstand macht die Erdnüsse zu einer botanischen Besonderheit und einem beliebten Studienobjekt in der Landwirtschaft. Aufgrund dieser Eigenschaft gab der Botaniker Carl Linnaeus der Erdnusspflanze den Artnamen hypogaea, was „unter der Erde“ bedeutet.
Erdnüsse gehören zur Pflanzenfamilie der Fabaceae (oder Leguminosen), allgemein bekannt als Hülsenfrüchtefamilie, zu der auch Bohnen und Erbsen zählen. Wie die meisten anderen Hülsenfrüchte beherbergen Erdnüsse stickstoffbindende Bakterien in den Wurzelknöllchen. Die Fähigkeit, Stickstoff zu binden, bedeutet, dass Erdnüsse weniger stickstoffhaltigen Dünger benötigen und die Bodenfruchtbarkeit verbessern, weshalb sie in Fruchtfolgen wertvoll sind.
Erdnüsse werden wegen ihres hohen Gehalts an Eiweiß, gesunden Fetten, B-Vitaminen und wichtigen Mineralstoffen geschätzt. Sie sind ein nahrhafter Snack und vielseitige Zutat in der Küche. Die Pflanze benötigt ein warmes Klima und gut durchlässigen Boden, bevorzugt Regionen mit langen, warmen Sommern.
Im Gartenbau kann Arachis hypogaea als interessante und lehrreiche Ergänzung kultiviert werden, die Hausgärten nicht nur nützliche Früchte bietet, sondern auch die Möglichkeit, einen faszinierenden Wachstumszyklus zu beobachten. Diese Pflanze ist relativ leicht zu ziehen und kann eine befriedigende Quelle für die eigene Ernte sein, wodurch sie Wert und Vielfalt hinzufügt.
Aussehen der Blätter, Blüten und Früchte
- Blätter: Die Blätter sind zusammengesetzt, paarig gefiedert, bestehen aus 2-3 Paaren ovaler, mittelgrüner Fiederblättchen von 3-7 cm Länge. Sie sind wechselständig an den Stängeln angeordnet, mit glatter Oberfläche und ganzrandigen Blatträndern.
- Blüten: Die Blüten sind klein, gelb und typisch für Hülsenfrüchte, mit schmetterlingsförmigen Blütenblättern von 1-1,5 cm Länge. Sie erscheinen im Juni-Juli in den Blattachseln, sind selbstbefruchtend, können aber Bienen zur Bestäubung anziehen. Nach der Bestäubung verlängert sich der Blütenstiel (genannt „Peg“) und dringt in den Boden ein, wo die Früchte entstehen.
- Früchte: Die Früchte sind unterirdische Hülsen, 2-6 cm lang, mit einer holzigen, gelblichen Schale, die 1-4 Samen (Erdnüsse) enthält. Die Samen sind oval, von einer dünnen, rötlichen Haut bedeckt und reich an Öl (40-50 %) und Eiweiß (20-30 %). Die Ernte erfolgt nach 90-150 Tagen ab Pflanzung, je nach Sorte.
Wachstumseigenschaften
- Höhe und Breite: Wächst bis zu 30-60 cm hoch und 60-90 cm breit, mit aufrechtem oder kriechendem Wuchs je nach Sorte (z. B. sind die Sorten „Virginia“ aufrecht, „Runner“ kriechend).
- Wuchskraft: Mäßig schnelles Wachstum mit verzweigten, leicht behaarten Stängeln. Das Wurzelsystem ist Pfahlwurzel-artig mit Knöllchen, die Stickstoff binden und den Boden anreichern.
- Typ: Einjährige krautige Pflanze, kultiviert in Zyklen von 4-5 Monaten, frostempfindlich.
Wachstumsbedingungen
- Standort: Bevorzugt vollen Sonnenschein (6-8 Stunden täglich) für optimale Entwicklung und maximale Erträge. Schatten verringert Blüte und Hülsenbildung.
- Boden: Benötigt einen lockeren, gut durchlässigen Boden, vorzugsweise sandig oder lehmig, mit leicht saurem bis neutralem pH-Wert (5,8-7). Schwere, tonige Böden erschweren das Eindringen der Blütenstiele in den Boden.
- Bewässerung: Regelmäßig gießen, den Boden feucht, aber nicht nass halten, besonders während der Blüte und Hülsenbildung (Juli-August). Gegen Ende des Zyklus die Bewässerung reduzieren, um die Ernte zu erleichtern.
- Temperatur: Wächst gut bei 20-30 °C, empfindlich bei Temperaturen unter 10 °C oder über 35 °C. Winterhart in den Zonen 8-11, benötigt eine warme Vegetationsperiode von mindestens 120 frostfreien Tagen.
Pflege und Widerstandsfähigkeit
- Widerstandsfähigkeit: Empfindlich gegen Frost und längere Trockenheit. Widerstandsfähig gegen einige Pilzkrankheiten, kann jedoch von Blattfleckenkrankheit (Cercospora) oder Wurzelfäule (Rhizoctonia) befallen werden. Zieht Bestäuber an, ist aber nicht resistent gegen Rehe oder Nagetiere.
- Düngung: Stickstoffarmer Dünger (z. B. 5-10-15) bei Pflanzung und während der Blüte anwenden, da die Pflanze Stickstoff selbst bindet. Zu viel Stickstoff fördert das Blattwachstum auf Kosten der Hülsenbildung.
- Rückschnitt: Kein Rückschnitt erforderlich, aber Unkraut entfernen, um Konkurrenz um Nährstoffe und Platz zu vermeiden.
- Schädlinge und Krankheiten: Kann von Blattläusen, Spinnmilben, Raupen oder Nematoden befallen werden. Organische Insektizide und Fruchtfolge zur Vorbeugung verwenden. Auf Mehltau oder Blattflecken kontrollieren.
- Vermehrung: Vermehrung durch Samen (rohe, ungeröstete Erdnüsse), die 5-7 cm tief in Abständen von 15-20 cm im Frühjahr gepflanzt werden, wenn der Boden 18 °C erreicht hat.
- Ernte: Ernten, wenn die Blätter zu vergilben beginnen (September-Oktober), die Pflanze mit einer Grabgabel ausheben. Die Hülsen 2-4 Wochen an einem luftigen Ort trocknen.
Verwendung
Arachis hypogaea (Erdnusspflanze) wird wegen ihrer essbaren Samen angebaut, die roh, geröstet, als Erdnussbutter, Öl, Süßigkeiten oder Futtermittel verwendet werden. Sie ist eine wichtige Quelle für Eiweiß, gesunde Fette und Vitamine (E, B). Die Pflanze wird in landwirtschaftlichen Gärten, Betrieben oder als Versuchskultur in Hausgärten genutzt und ist wegen ihrer Fähigkeit zur Stickstoffbindung attraktiv. Sie lässt sich gut mit Mais oder Baumwolle in der Fruchtfolge kombinieren. In der Landschaftsgestaltung wird sie selten als Zierpflanze verwendet, kann aber einen lehrreichen Beitrag leisten.
Herkunft
Ursprünglich aus Südamerika stammt Arachis hypogaea, die vor 7.000-8.000 Jahren von den indigenen Völkern Boliviens und Paraguays domestiziert wurde. Während der Kolonialzeit wurde sie nach Afrika, Asien und Nordamerika verbreitet und ist heute nach Soja die zweitwichtigste ölhaltige Hülsenfrucht.
Topfhöhe inklusive Topf: ca. 20 cm
Topfdurchmesser: 12 cm